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3D-Druck-Vorlagen

Erdrost als 3D-Druck-Einsatz.

Zwei Designs zum selbst Drucken oder online drucken lassen. Beide passen in etwa handelsübliche 15–20-Liter-Lebensmitteleimer. Open Source unter CC-BY-SA — weitere Designvorschläge willkommen.

01 / Empfohlene Variante

Growtainer Erdrost (Inlay) — robust und materialsparend.

So sieht der Erdrost-Einsatz im 20-L-Eimer aus

Inlay sitzt hier etwas zu locker im Eimer. Bei zu großem Spalt zur Eimerwand: STL leicht hochskalieren oder mit einem Kunststoff-Ring (bspw. aus dem Deckel des Eimers) den Zwischenraum stabil abdecken (siehe unten).

02 / Experimentelle Variante

Honigwaben — mehr Wasserkapazität, weniger Stabilität.

growtainer_honeycomb.stl · experimentell

Wabenstruktur mit höherer Reservoir-Kapazität

Höhere Variante (72 mm) mit Wabenstruktur als Trägermatrix. Vorteil: deutlich mehr Wasservorrat — etwa 50 % mehr Reichweite zwischen Nachfüllen. Nachteil: die Wabenstruktur ist filigraner, biegt sich unter schwerem Substrat leicht durch.

Maße

Außen-Ø 280 mm · Höhe 72 mm

Material

~90 cm³ (~115 g PETG)

Wasserkapazität*

~3,5 L im 20-L-Eimer

Stabilitäts-Hinweis: Die aktuelle v1.5 braucht einen zusätzlichen Verstärkungs-Rost obenauf, oder höheres Druck-Infill (50 %+) für volle Substrat-Last. Eine Re-Design-Iteration ist offen — Designs willkommen, gerne als Pull Request oder Issue im Repo.

STL herunterladen →

So sieht die Honigwaben-Variante im 20-L-Eimer aus

03 / Druck-Einstellungen

Wie drucken — empfohlene Settings.

Parameter Inlay (empfohlen) Honeycomb (experimentell)
MaterialPETGPETG
Layer-Höhe0,2 mm0,2 mm
Infill15–20 %50 %+
Wandstärke3 Linien3 Linien
Stützstrukturennur unter den Standfüßennur unter Wabenkrone
Druckdauer (~)8–10 h5–6 h
Materialkosten (~)3–4 €2–3 €
Material-Wahl: PETG empfohlen wegen UV-Stabilität, Wasserfestigkeit und Lebensmittelechtheit (bei Standard-Filament). PLA funktioniert auch, wird aber bei dauerhafter Sonne und Feuchte über 1–2 Saisons spröde. ABS möglich, riecht aber beim Druck stark — zu Hause weniger angenehm.
04 / Drucken lassen

Online-Druckservice — wenn kein eigener Drucker da ist.

Drei Anbieter, die in Deutschland verlässlich liefern und alle einen Sofort-Quote per STL-Upload bieten — keine E-Mail-Korrespondenz, kein Warten auf manuelle Angebote.

Marketplace-Alternative

Hubs (Protolabs Network)

Großer internationaler Marketplace mit Sofort-Quote, viele Materialoptionen.

~20–35 € pro Stück · 5–10 Werktage

Online-Service Deutschland

Zelta3D Germany

Deutscher Online-Service mit guter Materialauswahl und Sofort-Quote.

~25–35 € pro Stück · 5–8 Werktage

Auswahl bei der Bestellung: PETG, Layer 0,2 mm, Standard-Infill (~20 %) für die Inlay-Variante. Die Anbieter wählen automatisch passende Stützstrukturen.

05 / Sammelbestellung Spritzguss

Wenn genug Bedarf — gemeinsam preiswert produzieren.

Bei einer kollektiven Bestellung von etwa 1.000 Einheiten wird Spritzguss in Lebensmittel-Polypropylen (PP) attraktiv — mit deutlich besserer Stabilität, schnellerer Verfügbarkeit und geringerem Material-Footprint als 3D-Druck.

Auflage Werkzeug-Kosten Stückkosten Material+Produktion Gesamt pro Stück (~)
1 (3D-Druck)~15–20 €
1.000 Stück5.000–10.000 €~1,30 €~8–12 €
5.000+ Stückamortisiert~1,30 €~3–4 €

Die Schätzung basiert auf: Aluminium-Spritzguss-Werkzeug für mittlere Stückzahlen, PP food-grade (1,50–2,00 €/kg), ~250 g pro Stück.

Interesse signalisieren: Wenn du bei einer möglichen Sammelbestellung dabei wärst, melde dich per E-Mail an mail@growtainer.org mit gewünschter Stückzahl. Sobald genug Interesse zusammenkommt, wird ein konkretes Angebot ausgehandelt und transparent über den Newsletter und das Repo kommuniziert.
06 / An den eigenen Eimer anpassen

Wann skalieren nötig ist.

Die Standard-STLs haben einen Außendurchmesser von 28 cm (280 mm). Vor dem Drucken den Innendurchmesser des Pflanzgefäßes auf der Höhe messen, auf der später der Erdrost liegt — das ist die Höhe des Inlay-Modells (siehe Tabelle), bzw. die selbst gewählte Höhe, falls die Wasserkapazität durch Skalierung verändert wird.

Toleranz: Bis zu ±3 mm Spalt zur Eimerwand sind unproblematisch — der Rost sitzt locker auf den Standfüßen, das Wasser fließt durch den Spalt sauber an den Rand und über die Überlauf-Bohrungen ab. Erst bei deutlicher Abweichung (>5 mm) lohnt es zu skalieren.

Online-Skalierung im Browser

viewstl.com öffnen, STL hochladen, im Reiter Scale den gewünschten Durchmesser eintragen. Wichtig: alle drei Achsen (X, Y, Z) gleich skalieren — sonst verzerrt sich der Rost.

Hinweis zur Z-Höhe: Eine proportionale Skalierung verändert auch die Höhe des Rosts. Bei +10 % Durchmesser wird der Inlay-Rost statt 53 mm dann 58 mm hoch — minimal weniger Substrat-Höhe im Eimer. Bei deutlicher Skalierung (>15 %) ggf. die Substrat-Tiefe entsprechend reduzieren oder die Z-Achse separat anpassen.

Alternative: Skalieren im Slicer

Wer eh sliced (PrusaSlicer, Cura, Bambu Studio), nutzt das eingebaute Skalier-Werkzeug. „Uniform Scaling" bzw. das Ketten-Symbol zwischen X/Y/Z aktivieren — dann werden alle Achsen synchron skaliert. Auch Fusion 360 hat einen kostenlosen Online-Reader, der STLs proportional skalieren kann.

Für Designer: parametrische Versionen

Eine parametrische Quelldatei (Fusion 360 / FreeCAD / OpenSCAD) ist für die kommende Saison geplant. Damit lassen sich Eimer-Durchmesser, Standfußhöhe, Lochmuster und Wandstärken sauber neu kombinieren ohne STL-Verzerrung. Beiträge willkommen.

07 / Wasserreservoir und Überlauf-Bohrungen

Damit das Wasser nie den Substratboden erreicht.

Im Eimer sitzt der gedruckte Erdrost auf seinen Standfüßen, darunter entsteht das Wasserreservoir. Wasser zieht durch den mit komprimiertem Substrat gefüllten Wickdocht-Becher in der Mitte nach oben — durch Kapillarwirkung. Wenn das Reservoir voll ist, soll überschüssiges Wasser ablaufen, bevor es das Substrat von unten erreicht.

Höhe der Überlauf-Bohrungen

Die Unterkante der Überlauf-Bohrungen muss 5 mm unter der Oberkante des Erdrosts liegen. So bleibt das Substrat selbst bei leicht schiefem Eimer trocken. Konkret:

Variante Rost-Höhe gesamt Überlauf-Bohrung (Unterkante über Eimerboden)
Inlay (empfohlen)53 mm~48 mm
Honeycomb (experimentell)72 mm~67 mm
Bohrgröße 3 mm — bewusst klein. Reicht für Wasser-Überlauf vollkommen aus, hält Mücken und Insekten draußen, und das Substrat fällt nicht durch die Bohrungen ins Reservoir. Zwei bis drei Bohrungen rundum auf gleicher Höhe — am besten an einer Seite, von der der Eimer leicht weggeneigt steht, damit Überlauf gezielt abfließt.

Die Detail-Anleitung zur Eimer-Bohrung steht auf der DIY-Bauanleitung.

08 / Mitwirken

Eigene Designs sind willkommen.

Das Open-Source-Projekt ist auf Beiträge angewiesen. Drei Bereiche, in denen besonders viel Spielraum ist:

Beiträge gerne als Pull Request oder Issue im GitHub-Repo. Lizenz: CC-BY-SA 4.0 für Inhalte, CERN-OHL-S 2.0 für Hardware-Designs.

*) Wasserkapazitäts-Werte berechnet für einen typischen 20-Liter-Lebensmitteleimer mit ~270 mm Innendurchmesser am Boden, mit 5 mm Sicherheitsabstand zwischen Wasserspiegel und Rostoberfläche. Tatsächliche Werte variieren mit Eimer-Form und Überlauf-Bohrungs-Höhe.